Bericht der Sportschule Jan Springer vom 06. November aus Hannover über die:

8.Th European Friendship 2010

World Martial Arts Federation / Welt Kampfkunst Bund

Gruppen Bild Freundschaftsturnier EM 2010 Hannover

Mit den Untertitel: Sehen, verstehen und lernen.

 

Ja, was war das denn?

Ganz ehrlich, weiß ich dieses mal gar nicht wo ich anfangen soll!

Unglaublich viele Eindrücke die auf uns einwirkten und immer noch verfolgen.

 Ich bzw. wir haben verschiedene lehren gezogen, die das eine oder andere aha Erlebnis hervorgerufen und dafür gesorgt haben, zu erkennen, das wir immer noch am Anfang unseres Weges stehen, ich möchte sogar soweit gehen, zu sagen, das wir, was unseren Sport als Schüler angeht, gerade erst laufen lernen.

Vielleicht ist das nicht ganz leicht zu verstehen was ich meine, aber wer in Hannover dabei war, weiß was ich meine.

 

Ich wünschte mir, das mehr von uns in Hannover dabei gewesen wären, alleine schon um die Gemeinschaft zu fördern und um halt zu finden für die, die neu dabei sind und noch etwas unsicher und nervös sind. Glaubt mir, da ist jede Ablenkung und Unterstützung sehr willkommen. Zudem kann man viel sehen, verstehen und lernen.  Zusätzlich war die Budo Gala großartig. Dazu später mehr.

 

Wie immer war die Veranstaltung sehr gut besucht und es herrschte eine tolle Stimmung, die durch Gäste aus  Nachbarländern und Korea verstärkt wurde. Spontan muss ich jetzt an die gut durchtrainierten und hübschen Espaniol Girls denken! Allerdings sah ich auch nicht schlecht aus, was wahrscheinlich mehr daran lag das ich zum ersten male den Tigerkopf präsentieren durfte der jetzt auf den Rücken unserer neuen Anzüge trohnt und die Sportschule Jan Springer repräsentiert.

 

Beginnen wir nun mit unseren Sportlichen Aktivitäten.

Als erstes durfte Michael in der ersten Bewegungsform ( Hyong ) Teil ein bis fünf antreten.

An unserem letzten Trainingstag und auch auf der EM habe ich Michael zur Seite gestanden um ihn ein paar Tipps zu geben. Soweit so gut, dafür ist man ja auch da, aber dann, wenn die Form beginnt sollte man sich abwenden und auf sich selbst konzentrieren, wenn man in derselben Form auch noch antreten muss.

Das tat ich leider nicht und beobachtete meine Gegner, während ihrer Form, gegen die ich selbst noch antreten musste. Fehler die man bei anderen sieht können sich dann auch selbst bei einem einschleichen und zudem ist es besser, nicht zu wissen ob sein Gegenspieler gut oder schlecht war. War er schwach, wird man zu selbstsicher, war er stark, erhöht sich die Nervosität.

Zurück zu Michael. Es war sein überhaupt erster Start bei einer Meisterschaft, der ihm dann, trotz ein wenig schlotternder Knie, einen klasse zweiten Platz bescherte.    

 

Gerrit Reinert und ich waren als nächstes in der Kategorie Bewegungsform, erste Hyong Teil eins bis sechs an der Reihe, die dieses male doch mehr Teilnehmer hatte als ich gedacht hatte. Aber das ist auch Antrieb sich noch stärker zu präsentieren um wirklich das Optimum aus sich heraus zu holen. Auch Gerrit erreichte, in seiner Klasse (Kinder 12-15 J) den 1. Platz. Bei mir ( Erwachsene ) war es ganz eng, mit einem knappen Punktsieg landete ich auf dem ersten Platz.  

In der zweiten Hyong, in der ich direkt danach antrat, wurde ich besser und sicherer, sodass ich auch hier denn ersten Platz belegte.

Nun war die Kategorie bester Kick dran in der Gerrit einen gesprungenen Drehkick vorführte, der sehenswert war, und mit Platz zwei belohnt wurde.  Damit waren die ersten fünf Medallien zuhause.

 

Jetzt griffen unsere Kinder, jeder in seiner Gewichts und Altersklasse, in den Wettkampf bzw. Zweikampf ein. Ich persönlich finde das sie dafür Respekt verdient haben, da es eine menge Mut und Selbstvertrauen fordert, hier vor so vielen Menschen, gegen einen Gegner und seine eigene Nervosität anzutreten.  

Das Ergebnis, finde ich, spielt am Ende bei den Kindern auch gar nicht die große Rolle, vielmehr ist es die Erfahrung und der Lehrfaktor, welcher einen immer wieder ein Stück im Sport sowie auch im Leben weiterbringt.

So, genug vom Gerede, kommen wir nun zu den Ergebnissen von unserem Nachwuchs.

Alle unsere Kinder haben sich richtig angestrengt, Schweiß gelassen und wie gesagt, auch an Erfahrung dazu gewonnen.

Und damit kommen wir zu folgenden großartigen Ergebnissen.

Anouar Springer und Theis Oellrich belegten jeweils den zweiten und Daniel Benke sogar den ersten Platz.

Herzlichen Glückwunsch meinerseits.

 

Eigentlich ist es nicht meine Art einen Kampf näher zu erläutern, aber den Kampf von Michael Fischer ( Erwachsene ) und was da passierte muss ich einfach loswerden.

Noch kurz vor dem Kampf hüpfte er nervös an Ring hin und her, kaum noch abwarten zu können das es endlich losgeht.

Und dann war es soweit, als das Kommando zum Kampfbeginn kam, ging er ab wie ein Zäpfchen. Ich hatte das Gefühl er hätte Angst seinen Bus zu verpassen! Na jedenfalls landete er sehr schnelle und harte Treffer so das sein Gegner schon bald nicht mehr wusste was los war. Ich denke er hätte sich gewünscht an diesem Tag lieber in der Memoire Liga zu sein. Es war dann ein Zusehens ungleicher Kampf,  so dass es zum Abbruch durch die gegnerische Trainerin kam.

Auch unser Meister, Jan Springer (5.Dan) würde jeden Kampf sofort abbrechen wenn es offensichtlich ist das  der eigene Schützling klar unterlegen ist oder in irgendeiner Weise nicht zurechtkommt. Die Gesundheit steht immer an erster Stelle und damit war die Entscheidung der Gegnerischen Seite vollkommen richtig und nicht zu kritisieren.

 

Jetzt ging es in eine kurze Pause und wir nutzten die Gelegenheit etwas von den guten Essen zu kosten, welches dort zubereitet wurde. Gerrit und ich holten uns eine große Portion Chicken in scharfer Soße und wir mussten hinterher niemanden erzählen was wir gegessen hatten denn, man konnte es gut sehen an uns. Was für ein leckerer Schweinkram!

 

Gut gestärkt freuten wir uns jetzt alle auf die Budo Gala die, wie ich schon am Anfang sagte, wirklich großartig war.

An dieser Stelle ein kurzes Schaaaaaadeeeeee, an alle die, die das verpasst haben.               

 

 Im Ganzen kann ich die Show nicht wiedergeben, weil es dafür zu viele Elemente waren. Aber von den Vorführungen die mich am meisten beeindruckt haben will, ich in Kurzform berichten. Das heißt sehen und erzählen sind zwei verschiedene Dinge, also versuche ich es mal.

Als erstes begann die Showtruppe von Meister Bruce Lee (6.Dan), der auch unser Prüfungsmeister ist, mit einem sehr umfangreichen Programm. Wie zum Beispiel verschieden eingesprungenen Tritttechniken, Stock und Schwertkampf. Das ganze wurde sehr gut moderiert und erklärt, so das auch ein Leihe tief mit in einseigen konnte, um mehr zu verstehen worum es in der Kampfkunst tatsächlich geht und welche Vielfalt sich dahinter verbirgt. Kampfkunst bedeutet also viel, viel mehr als nur Kämpfen.

 

Wer einmal mehr darüber erfahren möchte, welchen Einfluss Kampfkunst auf Erwachsene, Jugendliche und auch unsere Kleinsten ( ab drei Jahre ) haben kann, darf sich gerne an unseren Meister Jan Springer wenden. Über ein Gespräch mit ihnen würde er sich sehr freuen.    

 

Dann kam unser Großmeister Dr. Lee Keun Tae (10.Dan) persönlich und führte noch einmal seien Weltrekord vor, und zwar zerschlug er Bretter, die er in der Hand hielt, einfach so mit dem Kopf und das sogar zweimal, damit es wirklich jeder sehen konnte.

Was er danach vorführte, verschlug auch dem letzten Zuschauer restlos den Atem und wenn ich es nicht mit eigenen Augen gesehen hätte, würde ich es bis heute nicht glauben.

Er ließ sich von seinem Sohn, Meister Bruce Lee, jeweils einen Draht durch die Haut stechen und zwar auf der Unterseite der Arme, knapp oberhalb der Ellenbogen. Ein gewaltiges Raunen ging durch die Halle und Yum die neben mir saß konnte schon gar nicht mehr hingucken. Mir wurde auch ganz anders als dann die Drähte zu Ringen zusammengekotet wurden. Ein Mädchen das vor ihm im Schneidersitz saß, griff dann in die Ringe und er hob sie einfach hoch. Aber damit noch nicht genug, er fing an sich zu drehen und schleuderte das kleine Mädchen herum wie ein Karussell.

Standing Ovation und tobender Applaus kam von den Rängen als er die Kleine wieder absetzte. Der Mann ist über sechzig und hat während der ganzen Darbietung sogar gelächelt.

Wir alle waren hin und weg und Worte dafür waren schwer zu finden, da sich diese Eindrücke erst mal setzen mussten.

Von uns, der Sportschule Jan Springer, einen demütigen Gruß und allerhöchsten Respekt an unseren Großmeister Dr. Lee Keun Tae. Wir verneigen uns vor ihnen.

 

Jetzt war die Spanische Nationalmannschaft an der Reihe und begann mit unterschiedlichen Formen und Waffentechniken. Am meisten begeisterte uns die Vorführung Partnerkampf, in der jede Menge Hebeltechniken sehr präzise und in schnellster Reihenfolge dargeboten wurden. So großartig habe ich den Partnerkampf noch nie erlebt und wir sollten uns überlegen, vielleicht auch ein bisschen in so eine Richtung der Präsentation zu gehen, wie z.B. für eine Gala.

 

Ich werde jetzt mit dem Bericht über die Gala aufhören. Nicht etwa weil es nichts mehr zu Berichten gäbe, sondern deshalb, weil dieser Bericht sonst gar nicht mehr zu ende gehen würde. Außerdem kann man uns in der  Sportschule Jan Springer gerne mal besuchen kommen und da erzählen wir dann mehr, von uns und was wir alles erleben und unternehmen.

 

Schlussspurt war jetzt der Bruchtest, in dem Michael (7.Kup) noch einmal antreten durfte. Sein finaler Gegner war Träger des Schwarzen Gürtels und damit natürlich nicht unerfahren.

Beide wählten jeweils zwei Bretter, die mit der Hacke, in einer abwärts Bewegung zerschlagen werden mussten.

Kein leichter Tritt, aber beide haben es geschafft und damit rechneten wir mit einem Stechen. Aber Pustekuchen, Michael bekam nur den zweiten Platz und uns standen so einige Fragezeichen über den Köpfen. Erst als Michael noch einmal nachfragte, wieso und weshalb, bekamen wir die klärende Antwort. Seine Ausführung war nicht optimal und der Kampfschrei hat auch im richtigen Moment gefehlt. Tja, wer sich dem Wettkampf stellt, kann eben etwas dazulernen und sich persönlich verbessern, auch wenn es wie in diesem Falle, etwas wehtat.

 

Sehen, verstehen und lernen. So habe ich begonnen und so möchte ich jetzt abschließen.

Am Ende waren wir alle zufrieden und glücklich, da wir alle eine menge dazugelernt und den Spaß an der Sache heute, wie in der Zukunft, nicht vergessen werden.

 

Vielen Dank und herzlichen Glückwunsch, an alle, die ihr dabei ward.

 

Mit freundlichsten Grüßen,

euer Meikel Dehning ( HKD Schriftführer )